Maiswurzelbohrer Situation 2020


Mittlerweile werden aus diversen Kantonen Fallenfänge gemeldet. Mehrere dieser Fallenfänge tangieren auf Grund der 10km grossen Sicherheitszone rund um den Fallenstandort auch den Kanton Aargau. Wie zu vermuten war, sind die Gemeinden im Fricktal und Zurzibiet am stärksten betroffen. Auf Grund der Erfahrung aus den letzten Jahren musste auch mit Käfern rund um die Region Rothrist gerechnet werden, was sich nun ebenfalls bestätigt hat. Bislang sind ausser Teilen des Seetals und dem Freiamt alle Gebiete tangiert. In den betroffenen Gemeinden, die auf der aktualisierten Karte eingefärbt sind, gilt für das Jahr 2021 ein Anbauverbot jeglichen Maises auf Parzellen, in denen im 2020 Mais angebaut wurde.

Vorbeugung und Bekämpfung

Um den Aufbau einer Maiswurzelbohrer-Population langfristig zu verhindern, hilft die Einhaltung einer strikten Fruchtfolge (kein Mais nach Mais) am besten. Folgt auf Parzellen, auf denen die Weibchen der Schädlinge ihre Eier abgelegt haben, kein Mais, wird den im kommenden Frühling schlüpfenden Larven die Nahrungsgrundlage entzogen. Mit dieser Massnahme kann jedoch nicht verhindert werden, dass Jahr für Jahr neue Käfer aus Gebieten einfliegen, in denen sich der Schädling schon etabliert hat. Da der Maiswurzelbohrer in der Schweiz nach wie vor als Quarantäneorganismus gilt, besteht auch eine Bekämpfungspflicht. Dies in Form des oben erwähnten, per Verfügung verordneten Anbauverbots von Mais in ausgeschiedenen Sicherheitszonen. Ein zur Zeit im Kanton Luzern laufendes Forschungsprojekt untersucht, ob der aufeinanderfolgende, zweimalige Anbau von Mais zu einer Etablierung einer Maiswurzelbohrer-Population führt, welche wirtschaftliche Schäden an der Kultur verursacht.

Ausserhalb des Kantons Luzern werden bei Fallenfängen Sicherheitszonen von 10km ausgeschieden. Allen betroffenen Landwirten wird per Verfügung untersagt, auf den diesjährigen Maisflächen im 2021 abermals Mais anzubauen. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Mais als Hauptkultur oder als Zweikultur (beispielsweise nach der Ernte von Wintergerste) angebaut wird. Die Verfügung gilt auch für nicht Direktzahlungsberechtigte Betriebe.

Aus diesen Gründen lohnt sich eine frühzeitige Fruchtfolgeplanung mit entsprechenden Ausweichmöglichkeiten, beispielsweise durch Flächenabtausch. Je nach Betriebs- / Tierhaltungsform kann auch der Anbau von Sorghum in Betracht gezogen werden. Diese Kultur ist vom Maisanbauverbot nicht betroffen.

Quelle: Pflanzenschutzdienst Liebegg