Fallenfänge und Feldkontrollen bestätigen, dass der Rapserdflohdruck im ganzen Kanton sehr hoch ist. Eine einmalige Behandlung ist möglich bei überschrittener Bekämpfungsschwelle im Stadium DC 10 (Keimblattstadium): 50% der Pflanzen mit mehreren Schabstellen.

Auflagen:

- Es ist ein unbehandeltes Kontrollfenster (mind. ½ Balkenbreite x 10 Meter) anzulegen.
- Gegen den Rapserdfloh sind nur Produkte aus der Gruppe der Pyrethroide (siehe Mittelheft 2020 Seite 23 bzw. im Zielsortiment 2020, Seite 62, bewilligt.
- Das Überschreiten der Bekämpfungsschwelle, das verwendete Mittel mit Dosierung und das Datum der Behandlung müssen im Feldkalender eingetragen werden.
- Beachten Sie bitte die Driftabstände von 20, 50 oder 100m (je nach Mittel) und neu auf die Abschwemmauflage (1 Punkt je nach Mittel) zu Oberflächengewässern (Mittelheft S. 113/114).

Diese regionale Sonderbewilligung ist zeitlich befristet und gilt für 1 Behandlung bis zum 25. September 2020.

Bemerkung: die Behandlung des Erdfloh’s mit Insektiziden ist im Extenso (inkl. IPS) nicht zulässig. Das Extensoprogramm bei Raps muss vor der Behandlung abgemeldet werden.

Für eine etwaige zweite Behandlung (im Oktober), gegen die Schäden der Larven ist wieder eine einzelbetriebliche Sonderbewilligung einzuholen. Für die Ermittlung des Befalls ist eine Fangschale, sie muss nicht gelb sein, aber ebenerdig in den Boden eingelassen werden. Die Bekämpfungsschwelle in dieser Phase beträgt 100 Erdflöhe in 3 Wochen. 

Im 2018 haben wir erste Resistenz festgestellt, daher nur behandeln, wenn absolut notwendig. Pyrethroide werden bei viel Licht und Wärme rasch abgebaut, sie wirken nur kurze Zeit.



Quelle: Pflanzenschutzdienst Liebegg